Frank Rohde: "Heute seht ihr selber, worum es bei diesen Workshops und den praktischen Arbeiten von euch ging."

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Was machen Sie eigentlich als Musiktheaterpädagoge bei der Oper Köln?

Ich leite die Abteilung 'Theater und Schule', das heißt, wir sind verantwortlich für die Vermittlungsarbeit von Oper und Schauspiel. Dazu gehören z.B. die Workshops als Einführung zu Stücken.

Sie wollten eigentlich früher Lehrer werden. Wie kamen Sie auf einmal zum Beruf Theaterpädagoge?

Noch schlimmer! Ich bin sogar Lehrer geworden, 'Lehramt am Gymnasium' in den Fächern Musik und Biologie und habe 5-6 Jahre unterrichtet.

Ich habe lange überlegt, Profimusiker zu werden. Habe Saxophon studiert und war in unzähligen Bands. Jedoch gefiel mir dies nicht ganz, da man seine künstlerische Ader nicht richtig ausleben konnte - man ist nur am Telefonieren für die nächste Sache, die anstand.

Dann studierte ich Bio und Musik auf Lehramt. Es machte mir viel Spaß und ich merkte, dass dies mein Ding ist. Was mich jedoch maßgeblich an der Schule genervt hat , waren zwei Sachen: Einerseits der Verwaltungskram, den man um die Ohren hatte - das kann ich gar nicht ab. Andererseits bin ich eher der Teamworker.

Dann fiel mir ein, dass es mir richtig gut im Theater gefiel. Ich war dann erst Ballett- und Operndramaturg in den 90er Jahren und genau in den 90er Jahren kam der Beruf ‚Theaterpädagoge‘ zum Vorschein. Alle meine Kollegen meinten, ich sollte es machen, da ich eh schon Pädagogik studiert hätte. Am Anfang wusste keiner richtig, wie es geht. Aber heute seht ihr selber, es um diese Workshops und praktisches Arbeiten mit Schülern.

Ist die Arbeit mit den Schulen auf die Dauer nervig?

Nervig würde ich nicht sagen. Es ist natürlich nicht einfach. Allein schon wegen G8. Ihr habt alle lange Schule oder schreibt viele Klausuren. Das alles unter einem Hut zu kriegen und zu organisieren ist manchmal stressig und schwer. Aber es geht.

Haben Sie selber mal im Theater gespielt?

Ja, ich habe eher Dramaturgie gelernt aber auch in vielen Stücken mitgespielt. Das letzte, was ich in die Richtung gemacht habe, waren Hörspiele. Damit kann man ganz gut Kohle verdienen.

Wie würden Sie die Zusammenarbeit mit den Darstellern beschreiben?

Das kommt ganz drauf an. Mit manchen hat man viel zu tun und mit anderen weniger bis gar nicht. Mit denen, die fest angestellt sind hier bei der Kölner Oper, hat man mehr Kontakt oder kennt sie schon seit mehreren Jahren.

Haben Sie eine Lieblingsstelle in Candide?

Habe ich eine Lieblingsstelle in Candide? (überlegt) ... Im Moment noch nicht. Ich finde die Chor-Szenen witzig, besonders die Szenen, in denen Dialog, Bewegung, Choreografie und der Gesang schnell hin und her wechseln.

Was ist ihre Erwartung, wie dieses Stück bei den Kritikern ankommt?

Puh ... keine Ahnung … also in München fanden sie es alle großartig. Aber das war halt München und hier ist NRW. Die Geschmäcker gehen stark auseinander in den Regionen. Ach die Kritiker, weißte ... es kommt entscheidend drauf, an wie die Leute es finden. Aber ihr guckt ja die Generalprobe an - sagt ihr es mir, wie ihr es findet!

Sie sind auch noch Dozent an einer Musikhochschule?

Ja, im Moment am meisten in Essen, an der Musikhochschule hier in Köln und in Wien.

Ist es schwierig, das alles unter einen Hut zu bekommen? Oder ist es sehr stressig?

Ja, aber es ist machbar.


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