Elena Maier: „Man fängt schon im Studium an, freie Projekte mitzumachen - sonst ist man so einem Betrieb wie diesem hier gar nicht gewachsen.“

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Wo haben Sie studiert und wie sind Sie zu diesem Engagement gekommen?

Ich habe in Saarbrücken studiert, an der „University Of Music“.

Für dieses Engagement hier in Köln habe ich mich beworben. Es gibt ein Arbeitsamt, die ZAV für Künstler, also für Sänger und andere Theaterberufe wie z.B. Kostümbildner. Dort habe ich einmal vorgesungen und die haben gesagt: „Ja, wir nehmen Sie in unsere Datei auf und schicken Ihnen per Mail die Vakanzen zu“. Aber dieses Engagement habe ich über www.theaterberufe.de bekommen. Dort inserieren freie Projektgruppen und Theater. Dort habe ich mich für ‚Candide‘ beworben, habe vorgesungen und wurde ausgewählt.

Dann sind Sie nicht von hier – wo kommen Sie denn her?

Aus Russland eigentlich. (alle lachen) Ich habe zunächst in der Pfalz gelebt und dann wie gesagt in Saarbrücken studiert.

Wie finden Sie persönlich das Stück ‚Candide‘?

(überlegt) Es war sehr schwierig am Anfang zu verstehen, worum es überhaupt geht.

Damit hatten wir auch Probleme! (alle lachen)

Es ist kein typisches Stück, das in einer Oper aufgeführt wird. Es wird bezeichnet, habe ich gelesen, als „amerikanische Operette“, und das trifft es, glaube ich, am besten. Heute habe ich persönlich verstanden: Es ist alles Satire.

Ach so – hat es also gedauert, bis Sie das verstanden hatten?

Im Chor kennt man ja nur die Nummern, die einen betreffen, die man selber singt. Und jetzt erst habe ich beim Durchlauf gesehen, was insgesamt passiert. Es kommt auch auf die Inszenierung an. Hier wurden die Texte ziemlich verändert, damit es passt.

Was wird denn von Berufsanfängern im Opernchor erwartet?

Eine abgeschlossene Berufsausbildung, also ein Gesangsstudium, Deutsch in Wort und Schrift, Berufserfahrung auf der Bühne. Bevor man eine feste Stelle bekommt, muss man einige Projekte gemacht haben.

Auch kleinere Projekte?

Schon in professionellem Rahmen: Am Theater, im professionellen Konzertchor. Man fängt in allen künstlerischen Berufen schon im Studium an, freie Projekte mitzumachen, Aushilfen bei Konzert- und Rundfunkchören. Da gibt es ja eine große Vielfalt. Man sollte schon einiges an professionellen Projekten gemacht haben, sonst ist man so einem Betrieb wie diesem hier gar nicht gewachsen.

Bei manchen Stücken hier bei ‚Candide‘ steht der Chor ja hinter der Bühne, bei manchen mehr vorne – stehen Sie lieber hinten oder dort, wo man Sie sehen kann?

Also mir persönlich ist es lieber, dass ich etwas „spiele“. Ich agiere gerne und habe gern eine schauspielerische Aufgabe.

Verlernt man die Stücke wieder, nachdem man sie gesungen hat?

Das ist wohl wie bei Gedichten, die man in der Schule auswendig lernen musste. Also, kann sein, dass man es verlernt, aber es ist nie ganz weg. Wenn man das Stück einmal wieder liest und singt, dann kann man es schnell wieder. Natürlich gibt es auch Stücke, die alle zwei, drei Jahre wieder kommen, wie zum Beispiel „La Bohème“ oder „Die Zauberflöte“ - die verlernt man eigentlich gar nicht mehr.


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