Carsten Luz: "Wir können nur existieren, wenn es dem Publikum gefällt."

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Wie kam es dazu, dass Sie Posaune spielen und was fasziniert Sie besonders an diesem Instrument?

Mit der Posaune habe ich unglaubliches Glück gehabt. Zuerst sollte ich Klavier spielen, weil ich aber zu dicke Finger hatte, kam ich nicht zwischen die schwarzen Tasten. Meine Klavierlehrerin war aber mit einem Posaunisten verlobt und sie meinte, dass ich doch bitte zu ihm gehen soll und bei ihm Posaune lernen soll. Das habe ich dann auch gemacht und fand es direkt super.

Was ich an der Posaune so gut finde ist, dass sie einen tiefen Klang hat und dass man mit ihr sehr laut spielen kann, aber auch sehr leise. Vor allem kann man mit einer Posaune überall mitmachen. Man kann in einer Big Band, Klassik und Jazz spielen. Die Möglichkeiten, mit einer Posaune zu spielen, sind sehr vielfältig.

Sie spielen die Posaune sehr professionell. Haben Sie überhaupt noch Freizeit?

Ja, muss ich auch. Ich kann nicht den ganzen Tag Posaune üben, weil es sehr anstrengend ist. Mehr als 4-5 Stunden am Tag kann man eigentlich nicht spielen. Deshalb treibe ich in meiner Freizeit Sport, weil man ja beweglich bleiben muss.

Seit 2002 spielen Sie ja im Gürzenich- Orchester die Solo-Posaune. Waren Sie vorher in diesem Orchester auf einer anderen Position?

Nein, ich war in anderen Orchester auf einer anderen Position. Zuerst war ich in Hagen, dann in Dortmund und dann bin ich nach Köln gekommen.

Im Unterricht haben wir einen Zeitplan erhalten, indem wir erfahren haben, dass die Orchestermusiker etwa 10 Monate vor der Premiere mit den Proben beginnen. Fangen Sie zur dieser Zeit an, die Stücke privat zu erlernen oder finden schon Proben mit dem Orchester statt?

Mit den 10 Monaten ist es hier ein bisschen anders. Wir wissen ein Jahr vorher, welche Stücke kommen.Wenn ein Stück dabei ist, was besonders schwer ist, weiß ich es also vorher. Zum Beispiel die Oper Woyzeck. Die ist super schwer zu posaunen. Wenn ich das also vorher weiß, besorge ich mir die Noten bei der Oper und fang ein Jahr vorher an zu üben. Bei einer Oper wie Candide, die für Posaunen nicht so schwer ist, fangen wir normalerweise etwa fünf Wochen vor der Premiere mit den Proben an.

Etwa acht Tage vor der Premiere findet immer eine Probe auf der Hauptbühne mit dem Orchester statt. Fand diese zu dem Stück Candide schon statt?

Noch sind wir in den Bühnen-Orchester Proben. Das heißt, es wird musikalisch geprobt, damit die Sänger wissen wie ihr Gesang mit dem Orchester klingt. Da sie vorher nur mit Klavier geprobt haben. Die erste Durchlaufprobe ist die Hauptprobe. Die Hauptprobe ist am Mittwoch.

Sind Sie vor einer Premiere oder Aufführung nervös?

Ja, vor Premieren bin ich auf jeden Fall nervös. Gerade bei Stücken, die ich noch nicht gespielt habe wie Candide. Vor allem bin ich nervös bei Stücken, die sehr schwer zu spielen sind. Weil man ja auch möchte, dass es dem Publikum gefällt. Da wir darauf angewiesen sind. Denn die Produktionen sind sehr teuer und wir können nur existieren, wenn es dem Publikum gefällt. Außerdem sind bei einer Premiere immer viele Kritiker da und das Publikum ist immer voll.

Spielen Orchestermusiker jede Aufführung oder gibt es eine Zweitbesetzung?

Hier gibt es eine Zweitbesetzung, da wir auch gleichzeitig in der Philharmonie spielen. Deshalb brauchen wir viele Leute. Manchmal spielen wir auch parallel verschiedene Stücke.

Gefällt Ihnen das Stück Candide?

Ja, ich finde Bernstein super. Weil es ein bisschen was anderes ist. Sonst spielen wir meistens Klassik. Ich bin aber eigentlich mit Jazz groß geworden und finde es gut, wenn es ein bisschen moderner wird. Außerdem ist das Stück Candide für die Posaune sehr abwechslungsreich. Besonders toll finde ich das Stück " Make our garden grow", weil ich einmal in Berlin mit Babara Streisand ein Konzert hatte, in dem sie dieses Lied gesungen hat. Seitdem gefällt mir dieses Lied super gut.


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