Kai Schuhmacher: „Ich bin quasi die rechte Hand des Regisseurs: Ich schreib‘ alles mit, was szenisch gemacht wird, organisiere die Proben …“

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Was genau muss eine Regieassistentin machen?

Jetzt in dem Stück oder generell? Ich fange mal generell an. Also, ich bin Regieassistentin und Spielleiterin hier an der Oper Köln, das heißt, ich betreue die Neuproduktionen. Ich bin quasi die rechte Hand des Regisseurs: Ich schreib‘ alles mit, was szenisch gemacht wird, organisiere die Proben … Und wenn dann das Stück läuft, reist der Regisseur ab und ich bin für jede Vorstellung da und wenn mal ein neuer Sänger kommt, dann übe ich das mit dem ein. Ja, ich sorge praktisch für den reibungslosen Ablauf. In dem Fall von ‚Candide‘ ist das so, dass dieses Stück ja schon in München gelaufen ist und wir haben das quasi gekauft.

Waren Sie in München schon dabei?

Nein, ich war nicht dabei, aber eine Kollegin von mir vom Gärtnerplatztheater München ist hier her gekommen und gemeinsam mit ihr habe ich das einstudiert. In der letzten Woche kam dann der Regisseur dazu und hat noch mal richtig drüber geschaut.

Sind Sie auch fest an den Regisseur gebunden?

Nee, also das gibt es zwar, das sind dann freischaffende Regieassistenten, aber ich bin Regieassistentin an der Oper Köln.

Wie laufen denn die Proben für das Stück?

Gut, eigentlich sehr gut! Das Positive ist halt grade bei dem Stück, dass man das Stück schon mal gemacht hat. Also, es ist fast alles klar und jetzt kommen neue Leute, mit denen man das einstudiert. Ich glaube, es wird sehr lustig und wir haben auch mehrere Besetzungen, die ganz unterschiedlich sind, und die das auch sehr unterschiedlich darstellen. Wir arbeiten noch an der Akustik, die ein bisschen schwierig ist, weil das Orchester hinterm Vorhang sitzt, aber szenisch läuft bisher eigentlich alles ganz gut.

Können Sie viele von Ihren eigenen Ideen mit einbringen, ohne dass der Regisseur Ihnen etwas vorschreibt?

Das ist je nach Produktion sehr unterschiedlich. Es gibt ganz viele Regisseure, die sehr froh und dankbar sind, wenn die Regieassistenten mitarbeiten und wirklich auch eigene Ideen mit einbringen. Ganz oft lassen die uns auch sehr viel Freiraum, oder wenn die Zeit knapp wird, dann muss man parallel zum Regisseur proben und bringt zwangsläufig seine eigenen Ideen mit ein.

Es gibt aber auch Regisseure, die schon ein sehr vorgefertigtes, festes Konzept haben - da hat man weniger Spielraum. Aber im Dialog über künstlerische Aspekte ist man eigentlich immer. Selbst jetzt noch, wo das Stück quasi schon fertig eingekauft ist, ist man trotzdem immer wieder daran interessiert, es zu optimieren und mit dem Regisseur auch zu besprechen.

Haben Sie eine Lieblingsszene?

Ja, die habe ich tatsächlich! Die heißt bei uns "assimilated". Das ist die Szene der Old Lady, wo sie nach Spanien kommt, aber sie ist keine Spanierin. Die Old Lady stellt sich aber als Spanierin dar und hat einen ganz tollen Tanz und es ist unheimlich witzig. Das ist meine Lieblingsszene.

Wie lang sind Sie in diesem Business schon dabei?

Als Regieassistentin arbeite ich schon seit acht Jahren. Schon während meines Studiums habe ich als Regieassistentin gearbeitet und an der Oper Köln ist das jetzt mein drittes Jahr.

Was müssen Sie für den Premierenabend noch machen?

Also, jetzt sind wir grade in den Endproben, das heißt, heute Abend ist eine ‚BO‘, eine Bühnen-Orchester-Probe, wo szenisch alles mit Orchester geprobt wird. Vorher probt man ja immer nur mit Klavier, aber heute ist das Orchester auch dabei und man versucht, das alles zusammen zu kriegen. Das stellt natürlich eine ganz andere Anforderung an die Sänger, wenn ein Orchester mitspielt oder nicht. Außerdem arbeiten wir viel mit Beamern und muss man drauf achten, dass das Orchester nicht geblendet wird.


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