Constantin Gerstein: " ...wenn ich dann auf der Bühne bin, konzentriere ich mich ganz darauf, einfach schön Musik zu machen!"

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Ja – wir sind ein bisschen unkoordiniert, weil wir gestern von diesem Termin überrascht wurden …

Ich bin immer unkoordiniert – deswegen kein Problem. Also, schießt los!

Sie spielen Fagott. Wie sind Sie denn dazu gekommen?

Ich komme aus einer Musikerfamilie: Mein Vater hat in Stuttgart, wo ich her komme, in der Oper gespielt und meine Mutter ist Querflötenlehrerin. Und da gibt's immer so 'nen netten Tag der offenen Tür. Da hab ich das Ding gesehen und wie es jemand spielt – das fand ich urwitzig! Ich fand, es sah aus wie so 'ne Bazooka! Wirklich – ich war total begeistert und ich hab's versucht. Es war Liebe auf den ersten Blick, würde ich sagen.

Wie kommt es denn, dass Sie hier in diesem Orchester sind?

Da ich früh gefördert wurde und früh in so 'nem Schulorchester oder Musikschulorchester gespielt habe, wusste ich, wie das so ist. Dann kam das Landesjugendorchester, das Bundesjugendorchester, dann noch ein europäisches … dann habe ich gedacht: Das isses! Dass ich das machen kann, was ich liebe und damit auch noch Geld verdiene - besser geht's nicht. Und so bin ich glücklicherweise hier gelandet!

Sie haben ja grad' schon gesagt …

Du kannst mich ruhig duzen – ich bin ja nicht viel älter als du.

Ja, okay – also du hast dich ja schon früh für Musik interessiert, wann hast du dann angefangen Fagott oder generell ein Instrument zu spielen?

Also, ich habe mit sechs angefangen, Klavier zu spielen. Aber Fagott – das ist so ein großes Instrument – so früh kann man das gar nicht anfangen. Das ist auch nicht gut für so'n kleines Kind, so'n schweres Ding auf den Schultern zu haben. Also ich hab mit 11 Jahren angefangen.

Ich spiele selbst auch ein Instrument: Gitarre.

Ah – sehr gut! Akustisch oder E-Gitarre?

Sowohl als auch. Und wenn ich irgendetwas vorspiele, habe ich oft Angst, mich zu verspielen oder Fehler zu machen. Wie ist das für dich?

Also, ich finde das ganz natürlich, weil das in meine Hand so einen gewissen Leistungsdruck hinein packt. Ich gehe damit folgendermaßen um: Ich bereite mich ganz gut vor. Viel Üben hilft immer, wie vor Klausuren. Und wenn ich dann auf der Bühne bin, konzentriere ich mich ganz darauf, einfach schön Musik zu machen und was ich damit erzählen möchte.

Wie sieht dein Alltag aus?

Ich habe fast jeden Tag Proben oder ein Konzert - das bin ich ja seit meiner Kindheit gewohnt. Ich bin schon mit meinem Instrument verheiratet, könnte man sagen. Und vor allem, weil wir ja auch unsere Mundstücke selber machen, habe ich schon viel damit zu tun. Sagen wir: Ich habe das Fagott sechs bis sieben Stunden pro Tag in der Hand.

Welches Stück möchtest du unbedingt noch mit Orchester spielen?

Oh, das ist gestern gerade passiert. Meine absoluten Traumstücke, beide von Ravel: Der "Bolero" und "Alborada del Gracioso" - das tollste Fagott-Solo überhaupt!

Danke schön!

Hat Spaß gemacht! Und schickt dem Orchester den Link von eurer Website!

Geführt von Florian Gemein

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