Nazide Aylin: "Singen war schon immer ein großer Teil von mir"

Bild

Wie empfanden Sie die Ausbildung zur Opernsängerin? Wie war das für Sie?

Ich komme ja vom musikalischen Unterhaltungstheater Operette und Chanson, ich hab also quasi die ehemalige Musicalausbildung gemacht und das war damals in Wien. Mein Vater war türkischer Staatsopernsänger, also bin ich quasi in einer Oper groß geworden, aber ich selbst würde mich keine Opernsängerin nennen. Wie ich meine persönliche Ausbildung empfand? Großartig! (lachend). Und dadurch, dass ich schon immer Sängerin werden wollte, ging es mir irgendwie immer leicht von der Hand, irgendwie spielerisch. Ich empfand es nicht als mühsam, sondern als etwas Schönes und Leichtes. Und wenn es mal schwierige Phasen gibt, steckst du das leichter weg, wenn du das, was du tust, gerne tust.

Und wenn Sie jetzt schon sagen, Sie kamen aus einer musikalischen Familie, dann wussten Sie schon als Kind, dass Sie sowas in die Richtung oder so machen wollen?

Also mein Vater hat immer gemeint, dass ich schon gesungen hab, bevor ich irgendwie gesprochen hab. Also ich kann das jetzt nicht wissen... (lachend). Ich glaub es ihm jetzt einfach mal. Hm ... ich hab schon immer gesungen und ich wusste: Ich werde auf jeden Fall etwas damit machen. Ob es dann mein Beruf werden sollte, dass wusste ich lange Zeit tatsächlich noch nicht, aber Singen war schon immer ein großer Teil von mir.

Und die beste Rolle, die Sie jemals spielen durfte... Was war das?

Ganz ehrlich, das war jetzt die Eiskönigin auf der Deutschlandtour von "Frozen", Disney in Concert. Wenn ich die Elsa jetzt nochmal in der Wiener Stadthalle spiele, ist das nochmal ein großartiges Gefühl, wenn du da vor 10.000 Leuten "Let it go" singen kannst.

Haben Sie denn eine Rolle, die Sie unbedingt mal spielen wollen? So ein Vorbild oder so?

Ich hab natürlich schon einige gespielt, die ich spielen wollte, aber es gäbe da noch z.B. Mrs. Lovett von "Sweeney Todd" oder "My fair Lady" vielleicht?

Und jetzt singen Sie ja Paquette und sind im Ensemble... ist das nicht schwer sich immer umzudenken?

Gar nicht. Da gibt´s ja sowas wie 'ne Vorbereitungszeit bzw. Probenzeit und in dieser Probenzeit hast du dann generell Zeit dich in die Rolle reinzuversetzen. Und dann denkst du natürlich an nichts anderes, du bist nur auf die eine Rolle fokussiert.

Ihr Alltag, wie sieht der so aus? So mit Proben und so?

Ich stehe relativ zeitig auf. Ich hab vormittags Probe von 9:30-14Uhr. Dann ist von 14-18 Uhr Pause und zwischen 18 und 22 Uhr ist nochmal Probe.

Wie kommt ihre Familie damit klar, dass Sie so rumreisen?

Meine Mutter kommt nicht so gut damit klar. Je älter sie wird, desto mehr vermisst sie mich. Das ist ziemlich schlimm und man kämpft oft mit Heimweh. Es ist halt schon hart, das muss man nicht verschönern, aber es wird entschädigt, wenn man eben auch so viel zu tun hat. Und die Kollegen sind meistens auch ganz lieb und man freundet sich dann auch irgendwie mit denen an und verbringt Zeit mit ihnen.

Also jetzt haben wir gerade die Bühne gesehen und uns wurde gesagt, dass das Orchester mit dem Dirigenten hinter der Bühne sitzt und sie ihn also nicht richtig sehen können. Wie ist das so, den Dirigenten nicht sehen zu können?

Wir haben Monitore aufgestellt bekommen. Es ist auf jeden Fall eine andere Art der Kommunikation, man hat halt keinen Augenkontakt. Er macht halt sein Ding und wir orientieren uns an ihm.


Geführt von Sophia Peterkord

Portfolio

Exkursion in die Werkstätten der Bühnen Köln am 26. Oktober (Teil 1)

Portfolio

Exkursion in die Werkstätten der Bühnen Köln am 26. Oktober (Teil 2)

Portfolio

Szenischer Workshop am BGH
11.11.2016

Portfolio

Interview: Nazide Aylin – Sängerin (Paquette)

Portfolio

Interview: Adam Cooper – Regisseur und Choreograph

Portfolio

Interview: Birgit Filimonow – Kostüm-Assistentin

Portfolio

Interview: Alexander Franzen – Sänger (Dr. Pangloss, Erzähler u. a.)

Portfolio

Interview mit Constantin Gerstein – Solo–Fagott (Gürzenich-Orchester)

Portfolio

Interview: Michael Heidinger – Beleuchtungs–Koordinator und –Meister

Portfolio

Interview: Norbert Hermanns – Bass (Chor der Oper Köln)

Portfolio

Interview: Kai Schuhmacher – Regieassistentin

Portfolio

Interview: Martin Koch – Sänger (1. Offizier u.a.)

Portfolio

Interview: Raphael Kurig – Videodesign (Gärtnerplatztheater München)

Portfolio

Interview: Carsten Luz – Solo-Posaunist (Gürzenich–Orchester)

Portfolio

Interview: Elena Maier – Sopran (Chor der Oper Köln)

Portfolio

Interview: Dirk Otte – 1. Violine (Gürzenich-Orchester)

Portfolio

Interview: Stefan Reich – Tonmeister

Portfolio

Interview: Frank Rohde – Musiktheaterpädagoge

Portfolio

Interview: Wolfgang Stefan Schwaiger – Sänger (Maximilian)

Portfolio

Interview: Benjamin Shwartz – Dirigent (Musikalische Leitung)

Portfolio

Interview: Rainer Sinell – Bühnenbildner

Portfolio

Westphalen – Die Ausgangslage im Schloss (Akt I, 1. Teil)

Portfolio

Candide unterwegs mit Dr. Pangloss (Akt I, 2. Teil)

Portfolio

Candide und Kunigunde fliehen für die Liebe (Akt I, 3. Teil)

Portfolio

List und Tod (Akt II, 1. Teil)

Portfolio

Der Weg durch den Dschungel Argentiniens (Akt II, 2. Teil)

Portfolio

Reise und Ankunft in Venedig (Akt II, 3. Teil)

Portfolio

Candide zweifelt, aber es gibt ein Happy End (Akt II, 4. Teil)

Portfolio

Leonard Bernstein

Portfolio

Und was hatte Voltaire damit zu tun?